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Freitag, Mai 25, 2012

XXXhof Kosmetik, schwer en vogue in Taiwan

Frau hat in Taiwanforen hier einen großen Renner entdeckt, sog. deutsche Kosmetik von "XXXhof" (Name aus rechtl. Gründen entstellt). Das Etikett "Technische Universität Münster" ließ mich schon stutzen.


Korrektur: TU München steht auch machen der Flaschen.
Es werden X unterschiedlich aussehende Produkte unter diesem Label in Taiwan verkauft.
U.a. mit: "Bio Bulgarien XXXhof".


Die Domain "XXXhof.com" gehört einem in Deutschland lebenden Menschen oder einem mit deutscher Adressangabe mit chinesischem Namen. Und gehört zum Unternehmen YYY GmbH.

Das Unternehmen YYY.com mit Sitz in Düsseldorf, wo viele Taiwaner leben, hat 11-50 Angestellte, wie eine Webseite verrät und verrät in gebrochenem Englisch (typisches Chenglisch mit vielen "the"): "We are the germany manufacture for essenctial oil. We can offer the OEM/ODM service". 

Illegal ist das nicht. Und eine nette Geschäftsidee, die mich jetzt irgendwie grübeln lässt, wie man selber echte deutsche Produkte hier verkaufen könnte, grins.***

Das muss ich jetzt alles meiner Frau erklären, dass man schon Taiwaner sein muss, damit XXXhof als Deutsch bekannt ist.


*** Was können die Taiwaner alles gebrauchen? "Rabenhorst Militärhalbschuhe" made in China aus Deutschland? Oder "Dr. Willy Wunders Gesundheitstonikum" made bei uns hinterm Haus aus Deutschland. Firmenslogan: "Wenn Sie glauben Sie sind gesünder, fühlen wir uns wohl". Hust...

Wenn dieser Blogartikel plötzlich verschwindet, dann ist mir was eingefallen. Moment, da wäre wirklich was.....

Mittwoch, Mai 23, 2012

Lorbeeren made in Taiwan

Geschichte von meinen alten Arbeitsplätzen hier in Taiwan. Natürlich nicht vom aktuellen, hier sind wir alle Engel ;-)

Interessant finde ich immer wieder, wie unverfroren man sich hier in Taiwan fremder Lorbeeren bedient in den Unternehmen. Deswegen findet man sich als Langnase hier auch i.d.R. nur für ein Projekt eingestellt. Spricht man nicht richtig Chinesisch, hat am Ende des Projekts das ganze Projektteam und ihre Kumpels und der Chef und dessen Kumpels alle Errungenschaften des Ausländers auf sich verteilt ("ich war's! Ich war's! Ich war's"), dass sich die Geschäftsleitung fragt, wieso sie den teuren Ausländer überhaupt eingestellt hat, wo die eigenen Landsleute doch alle plötzlich so enorme Fähigkeiten entwickelt haben.
Ach Chefs geben Hemmungslos die Arbeit eines Untergebenen als DIREKTE Eigenleistung aus nach oben hin und nicht etwa als von ihnen geleitete Leistung des Untergebenen. Nicht alle, aber für Ausländer in taiwanischen Unternehmen ergibt sich daher die Notwendigkeit, perfekt Chinesisch zu sprechen und über einen Mittelsmann (denn selbst wird man nie als einer von ihnen akzeptiert) das Ohr auf dem Unternehmensfunk zu haben.

Mir fällt es immer wieder auf. Man implementiert ein Verfahren, das die Testabläufe erst im Kundendiensttest und dann in der Produktion revolutioniert, ein Kollege macht eine marginale Verbesserung und schwupps, verkündet er nach oben, das Zeug von der Langnase sei alles Mist gewesen und er höchstselbst hätte das alle von Grund auf neu implementiert, damit es funktioniert.
Guckt man sich dann die Neuimplementierung an, sind nur 2 Zeilen unterschiedlich. Sinnvoll die Änderung, aber wirklich keine Neuentwicklung mit all den unzähligen Zeilen.
Mein Geheimdienst (aka Gattin) hatte sowas natürlich längst alles abgefangen.

Kopieren liegt ihnen im Blut, und jede Kopie ist originaler als das Original, hier am Ende des Tellerrandes der Weltscheibe. Gewieft wie die Ferengis bei Star Trek eben ;-)

Update: Vielleicht muss man dazu etwas mehr analysieren. Laut Geerd Hofstedes wissenschaftlicher Ländereinstufung ist Taiwan eine "weibliche Gruppenkultur", wobei das weibliche bedeuten soll, dass nicht aggressive Verhaltensweisen, sondern fürsorgliche (die damit der Gruppe zu Gute kommen!) als Tugenden gelten. Also ist es irgendwie logisch den Fremden "auszunehmen" zu Gunsten der Gruppe. Ob man als richtig Chinesisch sprechender dazugehören würde weiß ich nicht, ich würde mal vermuten auch dann nicht, nach entsprechenden Berichten von fließend-Mandarin-Ausländern hier.

Vorteile hat das Arbeitsleben aber auch, den kecken aufstrebenden Mitarbeiter, der Bullshitsätze wie "ICH habe das Projekt gemanaged (seite 15 Kollegen vergessend) und ICH habe der Company damit eine bessere Positionieren im e-fuck-Business gebracht. Das ist MEIN Erfolg, ICH bin gut, ICH bin super", den gibt es in Taiwan eigentlich nicht. Und auch den klassischen Bürosoziopathen, der in Deutschland statistisch unter 25 Angestellten immer einmal vorkommt, der sich mit jedem Kollegen bekriegt und das nach oben hin buckelnd als Härte für "die Company" verkauft, den gibt es in Taiwan nicht. Der würde schneller gefeuert, als er seinen ersten Vitriolsatz von sich geben kann. Der würde hier in einer Gruppengesellschaft sowieso als geisteskrank gelten. "Gemütskrank" würde auch den Zustand der meisten dieser Soziopathen beschreiben, die ich im Laufe der Zeit in Deutschland kennengelernt habe. Da war der eine, der hysterisch wurde, wenn man ihm eine Tomate zeigte (grins).

Dienstag, Mai 22, 2012

How to mampf that

Merkwürdig, was hier manchmal so als Nachmittagssnack kommt....

Da runzelt man die Stirn. Es entpuppte sich als sehr leckere, kalte Frühlingsrolle mit Huhn und Salatcreme, ein heißes Plastikfläschchen mit Soyamilch (schmeckt nicht schlecht, aber wenn man daran denkt, was aus dem heißen Kunststoff alles herausdiffundiert ins Getränk....brrrrr) und einem leichtsalzigen Pudding mit fischartigen Fäden drin, letzteres ging umgehend an die Gattin, die mir dafür leicht säuerliche Kartoffeln gab in lila gefärbter Haut, die ich ihr auch gleich wieder zurück gab....

Sonntag, Mai 20, 2012

Die Welt ist irrsinnig geworden ;-)

OK, für 8 Euro ein fast neues Zoomobjektiv erstanden, dachte es kann als Backup für meine Sony ja nicht schaden. Eine fast neue Kamera von Minolta, die noch dranhing, gab es gratis dazu. Gut, dachte ich, kommt dann eben in den Schrank. Dann wollte ich einen Skylightfilter dazu kaufen. 10 Euro neu oder 10 Euro gebraucht, hmmm. Ich könnte aber auch die selbe Kamera noch mal kaufen, mit dem selben Objektiv und einem fast neuen Skylightfilger und einem fast neuen Objektivdeckel. Auktionskurs steht etwa um 10 Euro. IRRSINN! Die Kameras sind so billig geworden, dass man sie nachgeschmissen kriegt! Was soll ich mit den vielen Kameras machen? Meinem Sohn zum Spielen geben wenn die beweglichen Plastikwürfel zu langweilig geworden sind. Sohn ist unruhig, Frau gibt ihm noch ne Spiegelreflexkamera zum Spielen. Diesmal die Dynax 7, die Dynax 4 hatte er ja schon. Als Briefbeschwerer gehen sie nicht, diese modernen Kameras, sind so leicht.

Das ist eine Wegwerfgesellschaft geworden dass einem die Tränen kommen könnten. Was da alles drinsteckt in den Kameras an Chips und Feinmechanik! Und sie gehen teilweise für 1 Euro weg, wenn überhaupt. Die Götter werden uns strafen, wie wir mit den Ressourcen umgehen. Also schön, dann eben noch ne Kamera...... Oder ich lasse es, mir wird das unheimlich. Irgendwas stimmt hier nicht. Ist das alles eine Holodecksimulation und der Computer ist am Abschmieren?

Update: Und wenn ich mir für all die Kameras noch mal eine neue Batterie kaufen will: 10 Euro neu. Oder ich nehme eine Dynax 4 für unter 10 Euro der momentane Auktionskurs mit nagelneuer Batterie und auch dem Objektiv noch mal ... AAAAAAAAARRRG

Und es ist nicht etwa so, dass der Auktionskurs bei diesen Kameras noch viel höher geht; i.d.R. ist das nicht der Fall. Ich lasse es, keine Batterie, kein Filter, man wird ja mit Kameras und Originalobjektiven totgeschmissen....

Donnerstag, Mai 17, 2012

Seagull-Kamera, noch nie war sie so wertvoll

Meine Mutter scherzte die Tage, ich würde mit meiner "Kamerasammlung" (div. SLR Minoltas der 80er und 90er) wohl daneben liegen, da das ganze Zeug jeweils nur wenige Euro wert ist (analoge Reflexkameras sind praktisch wertlos geworden). Recht hat sie, meine edle Minolta Dynax 600si classic, eine Kleinserie, wird für 25 Euro oder so gehandelt, meine Dynax 505si super für 1-10 Euro. Und das wo eine alte Leica die Tage ja gerade für Millionen Euro über den Auktionspult gegangen sei, fügte sie noch hinzu.

EINE meiner Kameras steigt aber wirklich im Wert, kurioserweise die billigste von allen und damals (90er) nur als Spielzeug für 79 Mark bei Karstadt oder Neckermann gekauft, eine...


SEAGULL 2-äugige Reflexkamera. Wikipedia hat ein Bild:

 http://en.wikipedia.org/wiki/File:Seagull_4BI_front.jpg

Genau so ein Schätzchen habe ich zu Hause in Deutschland noch im Schrank, samt krachlederner brauner Ledertasche, die irgendwie appetitlich aussieht und die ein Schwan veritabel mal für einen Laib Brot gehalten hat und dran herum knabbern wollte. Es handelt sich um einen Nachbau einer Rolleiflex, wird allgemein gesagt, denn Rollei ist mit diesen Kameras in den 30er Jahren berühmt geworden. Allerdings hatten auch andere solche Kameras, ein Minoltabuch behauptet gar, Minolta hätte so eine 2äugige Reflexkamera als erster gehabt (ich dachte immer Rollei, aber gut...). Noch in den 90ern baute Rollei solche Kameras, kein Wunder das es kein gutes Ende mit Rollei nahm (sind heute umfirmiert und haben quietschbunte kleine Digitalkameras u.a.). Um die 2000 Mark kostete so eine echte Rollei mit Belichtungsautomatik zum Schluss.

Die Seagull hingegen war eine absolute Billigkamera aus China, ist jedoch ein schönes Stück Handwerksarbeit und für den Preis einfach unschlagbar. Film spulen und Auslöser spannen ist noch getrennt, sie kurbelt 6x6er-Rollfimn (wird wohl schwieriger den heute noch zu finden) a 10 Fotos der Film und hat keinerlei Elektronik und nicht mal Elektrisches oder Batterien. Man klappt oben den Deckel auf und guckt auf eine riesige (spiegelverkehrte) Sucherleinwand, mit der man durch das obere Objektiv linst. Das untere geht eben auf den Film und beide werden immer parallel bewegt beim Scharfstellen - das war der große Vorteil gegenüber den vormaligen Sucherkameras und gegenüber den späteren einäugigen Reflexkameras hatten sie den Vorteil, dass es keinen schwarzen Moment gibt, wenn der Spiegel hochklappt um den Film zu belichten (hier klappt nichts hoch). Als Belichtungsmesser nahm ich damals eine alte Minolta mit kaputtem Verschluss, die aber noch herrlich die Belichtung vorschlagen konnte mit ihrer Halbautomatik.

Man fühlt sich wie Helmut Newton, wenn man das Ding auf dem Stativ hat und oben rein guckt, ein herrliches Gefühl. Auch wenn man vom Schwan gebissen wird dabei. Die Linse hat etwas starke Verzeichnungen an den Ecken und oben aus dem Sucher wollte immer ein Haltestift rausfallen - aber der lies sich mit schwarzem Klebeband fixieren. Ein tolles Spielzeug für wenig Geld. Später hat Seagull das Finish durch grauen glänzenden Kunststoff ersetzt und den Preis um 100 Mark auf etwa 180 DM erhöht... die verkauften sich dann plötzlich als ernsthafte Kameras.

Heute werden bei Ebay die grauen und schwarzen für unter 200 Euro gehandelt. Bei meiner gibt es als Gratisbeigabe noch ein echtes chinesisches Samenkorn, das zwischen den Linsen von Anfang an saß - stört aber beim Fotografieren nicht, das große Format bügelt solche kleinen Fehler wieder aus.
Wahrscheinlich kommt das Samenkorn nie zum Aussamen, die stabile Metallkamera scheint ewig zu halten und ist ein tolles Vitrinenstück. Nach Taiwan nehme ich sie nicht mit, hier ist es zu feucht. Am Ende wächst mir sonst Zitronengras im Objektiv...

Anmerkung: Zumindest von 1960-2000 wurde die Kamera hergestellt. Meine ist ein Original mit chin. Schriftzeichen der Reihe 4A (nicht die schnöde "Revue"-Version von Fotoquelle ;-): http://camerapedia.wikia.com/wiki/Seagull_4A (die 4A hat Kurbelaufzug, die 4B Knopfaufzug, aha!)





Mehr alte "Kamera"den:

http://bobhonest.blogspot.de/2012/05/zooanalog.html

Gloomy Sunday

Wenn in Taipei am Sonntag Abend der Tag zur Neige geht...


...stellen sich bei mir nicht selten Kopfschmerzen ein. Wohl zu viel Entspannung nach langer Arbeitswoche, ein bekanntes Phänomen Die leicht depressive Stimmung, in diesen Stunden allein in der Veteranensiedlung in Taipei NeiHu, wollte ich einmal mit der Kamera einfangen...

.... während das schwindende Licht die Wohnblöcke in eine graue Wand verwandelt...

... und die Taiwaner sich auf ihre Familienabende hinter den Hühnerkäfiggittern vorbereiten, was sich mir im Haus immer durch schneidenden Knoblauchgeruch aus den Küchenfenstern gegenüber (rückseitig nur 2m Luftlinie weg) und den Lüftungen von Toilette und Küche ankündigt....

Irgendwo da hinten lauert der Familienabend meinerseits mit Schwiegermutters Kochkunst, aber der Geruch, der aus ihrer Küche dringt, kommt mir nur allzu bekannt vor. Schnell ins Auto und einen Burger von BurgerKing geholt und zu Hause verspeist, um nicht die Kommentar der versammelten Taiwanerbrigade zu westlicher Esskultur zu hören und dann auf zu Schwiegermutter und dem dort geparkten Junior. Es duften die leckeren und von mir ignorierten kleine Bratwürste (Geschmacksrichtung Fischfett), während ich Junior auf der Gummimatte im Wohnzimmer spiele. Schwiegermutter hat ihm Händeklatschen beigebracht. Immer wenn man mit dem Gesicht zu nahe rangeht.....

 Manchmal überlege ich, wie ich mein eigenes Hühnerkäfiggitterfensterglas von außen sauber kriege, aber da kommt man einfach nicht ran. So verschwindet Taipei jeden Tag ein bisschen mehr vor den Fenstern.

Mittwoch, Mai 16, 2012

Typisch Taiwan

Der Blick vom Dach des Unternehmens, bei dem ich hier tätig bin, zeigt ein typisches Bild aus dem Landkreis Taipei, der sich neuerdings merkwürdigerweise "New Taipei City" (Xin Bei Shi oder Xin Bei City, etwa: "Neue Nordstadt") nennt. Oft stehen die Häuser kreuz und quer, und wenn sie wie hier im Bild doch mal halbwegs einheitlich ausgerichtet sind, hat man wenigstens jeden Quadratmeter dazwischen noch mit irgenwelchen Betonflächen und Wellblechwerkhallen zugebaut. Und irgendwie findet sich immer noch ein vergessenes Grunstück, von dem die Straßenhunde vertrieben werden, das gerodet und betoniert wird, damit es der brummenden Wirtschaft zugeführt wird. "Versiegelte Oberflächen" verhindern zwar das Ablaufen von Wasser, was vor ein oder zwei Jahren sogar mal eine Meldung in der Taipei Times wert war (da waren Stadtplaner aus Taipei in Berlin gewesen, haben das vorgebetet bekommen und brav zu Hause vorgetragen und dann doch so weiter gemacht wie bisher ;-), aber so deutsch wollen wir hier nicht denken. Die Baukräne im Bild sind mit dem Bau einer neuen Trasse der Hochbahn beschäftigt, dann sinkt hoffentlich der Verkehr etwas und Frau und ich können vielleicht ohne Auto ins Büro schweben in der Zukunft.

 
Und das schicke Motel nebenan. Obwohl Taiwan kein Sextourismusland ist, trippeln hier vorm Eingang des Motels des Abends manchmal junge Damen auf dem Bürgersteig herum und steigen diskret in Autos. Sieht man aber doch eher selten, sowas ist ein Taiwan alles verdeckt ... und die Kunden sind ausschließlich Einheimische.

Die Asphaltschwalben vom Motel sind übrigens kurioserweise züchtiger bekleidet als manche brave Kollegin (verheiratet, 2 Kinder), die hier mit breitem Gürtel, Netzstrümpfen bis zum Oberschenkel und rosafarbenden Ultahighheels ins Büro kommt - in Taiwan ist alles genau anders herum als bei uns. 

Nochmal: Taiwan ist kein Sextourismusland, also nicht alles falsch verstehen hier und dann wieder Thailand mit Taiwan verwechseln.

Auch typisch Taiwan, die kleine Klarsichttafel "Tappl"-Schokolade. Nachdem sich ein Schweizer bei mir mal über deutsche Schokolade beklagt hat (grins) wäre es sicher eine Marktlücke, die "Tappl" in der Schweiz in Apotheken zu verkaufen, sie ahnen wofür (fängt mit B an und hört mit Rechmittel auf). Die zum Größenvergleich daneben gelegte Uhr hat sicherlich mehr natürliche Zutaten als die Tappl denke ich mal. Geschmacklich ist die Tappl gar nicht mal soooo schlecht, hat schon einen irgendwie vorhandenen kräftigen Schokoladengeschmack, erzeugt im Mund aber ein typisches Fettglasurgefühl, so als habe man etwas Vaseline geschluckt. Aber Schokolade ist auch kein landestypisches Genussmittel, die Taiwaner stehen ihr immer noch skeptisch gegenüber. Dafür hat man hier etwa leckere Nusskekse und Nusssüßigkeiten - nur finde ich die nie im Laden, immer wenn ich eine Packung greifen will, haben sie kleine Silberfische reingeworfen in die Nüsse. Banditen!


Fotos nie ganz scharf, weil mit der kleinen Sony gemacht. Die ist noch aus der Zeit vor der Minolta-Übernahme und stellt grundsätzlich auf den Uranus scharf, nur nicht auf die Motive im Bild...

Dienstag, Mai 15, 2012

Zooanalog

In der alten Fototasche sind noch zwei analoge Kameras, die ich sträflich vernachlässigt habe, seit die digitale Sony Alpha bei mir alles fototechnisch übernommen hat. U.a. die Minolta Dynax 500 si super...

... hier etwas unschön mit von der Klimaanlage beschlagenem Spiegel und ohne Objektiv präsentiert (ist natürlich sonst der Deckel vorne drauf in der Tasche). Einst war die kleine und leichte Reflexkamera mein unentbehrlicher Begleiter in merkwürdigen Winkeln der Erde und lichtete laut schnarrend (leise ist sie in der Tat nicht) bisweilen halb bekleidete (weibliche) Eingeborene ab (ich bin da sozusagen Halbanthropologe, da ich nur die weibl. Eingeborenen ablichte) und heute liegt sie vergessen in der Fototasche. Sie lag gleich wieder angenehm in der Hand, ganz anders als der schwere Sony-Alpha-Fullframe-Backstein mit seinem Metallgehäuse (was natürlich auch wieder Vorteile hat wie die Stabilisierung des Händezitterns bei langen Belichtungszeiten!) und zu meinem Schrecken sah ich, dass a) noch ein Film drin war und b) ein toilettenfliegengrüner Pils oder was immer das ist munter dabei war das ohnehin merkwürdig überkrustete Einstellrad anzufressen, ein veritables Loch war schon im Rad. Und Grünspan wucherte auch an dem kupernen Eye-Start-Kontakt, den ich allerdings eh nie benutzt habe. Immer noch fest saß die rote Selbstauslöserlampe oder besser deren Abdeckung, die mir einst in der Domink. Repppp herausgefallen war und die ich mit GARD ULTRASTRONG Haarfestiger (was man eben so dabei hat als Globetrotter) sofort wieder festklebte. Hält bis heute. Also ordentlich geputzt, Zahnstein vom Rad gefummelt, Batterien rein und .... LEBEN! Das Ding surrte und zirpte wie ehedem, sofort sprang der Blitz oben heraus und ich schoss gleich ein paar Fotos von der hässlichen Umgebung vor den Fensterscheiben. Damit man den Enkelkindern mal zeigen kann, in welchem Siff man früher gehaust hat. Obwohl die dann wahrscheinlich nur 100 Meter weiter weg im selben Viertel wohnen werden, wenn das so weiter geht.
 Jetzt steht er Zähler auf 5 verbleibenen Fotos, das werden wohl die letzten sein, die die Kamera macht. Kameras wie die Dynax gelten heute als wertlos, bei Ebay habe ich gerade das Nachfolgemodell Minolta Dynax 5 mit dem Originalzoom (leicht und nicht allzu stabil gebaut, ich weiß) für 8 Euro (jawohl 8) erstanden, das Zoom wird mir als Backupobjektiv für meine Sony dienen. Und die Vor-Vorgängerin Dynax 5xi habe ich für EINEN Euro neulich erstanden.
Ein seit 2010 im Schrank herumliegender belichteter Film aus der Kamera fiel mir noch ins Auge. Hatte keine Ahnung mehr, was da drauf war und erlebte dann eine ziemliche Überraschung:

  
Für 200NT vom Fotomenschen an der Ecke, der irgendwie erstaunt war, mich in diesen digitalen Zeiten wieder mal mit einer Filmrolle in der Hand zu sehen, auf CD gescannt und .... Potzblitz! Erst dachte ich, ich hätte diesmal wieder Messehostessen fotografiert, aber diesmal mit Maske und Pelzmantel... aber nichts da.
Die schwanzlose Miezekatze, die immer bei uns im Wohnblock rumrennt ist das ja wohl auch nicht... (Essen die Taiwaner eigentlich die Schwänze oder warum fehlen die immer hier an den Katzen?)

"Watt sagen Se da, junger Mann?", scheint die monokeltragende Eule angesichts diesen Unsinns zu schnarren....

Äh... im Zoo Hannover an der Leine hatten wir damals auch die Schlittenhündin meiner Eltern an der Leine, aber so dünn hatte ich sie gar nicht in Erinnerung...

 Ach so, nein, das ist der Wolf im Gehege, der die Hündin entweder vernaschen oder ganz naschen wollte, ganz sicher konnte man sich da nicht sein...


Allerlei Getier auf den Film gebannt, im Gegensatz zu Digitalkameras, wo man oft 10 Aufnahmen vom selben Motiv wegklickert wirkten hier die Aufnahmen eher wie Unikate, die meist sorgsam komponiert wirkten, alles mit dem 75-300mm Telezoom ordentlich eingefangen und von der Abbildung her weicher und natürlicher auf mich wirkend als Digitalaufnahmen. Vielleicht aber auch nur, weil man am Rechner bei den Originalscans manchmal das Filmkorn im Hintergrund sieht (war ein 400 ASA-Film, da sieht man das schon mal).

Verstecken braucht sich so eine moderne Analogkamera aus den späten 90ern oder frühen 2000ern jedenfalls nicht, Autofokus und Belichtungsautomatik sind da schon auf der Höhe der Zeit. Irgendwo haben sie noch die Minolta Dynax 40/60, die allerletzte Analogkamera von Minolta, im Angebot. Aber meine Frau wird anfangen zu schreien, wenn sie in Deutschland angekommen die ganzen Ebay-Pakete sieht....

Letzte Folge vom Kamerawahnsinn: http://bobhonest.blogspot.com/2012/05/sony-minolta-kompatibilitat-insb.html 

Mit der selben Kamera gemacht: Dorftempel bei Nacht: http://bobhonest.blogspot.com/2008/05/man-am-i-far-from-home.html

Montag, Mai 14, 2012

Ohne Worte


Sensationell! Spiegel.de ruft zur Revolution gegen die selbstherrliche Politikerkaste in Deutschland auf! Wir kommentieren diesen gewissenlosen Aufruf zur Gewalt hier nicht.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rot-gruen-nimmt-nach-nrw-erfolg-bundestagswahl-2013-ins-visier-a-832942.html